Was ist Repertorisation?
Repertorisation ist das Herzstück der klassischen Homöopathie: Aus den Symptomen eines Falls findest du mithilfe eines Repertoriums die Arznei, die am ähnlichsten passt — das Simillimum. Hier erfährst du, wie das funktioniert.
Das Prinzip: Ähnliches mit Ähnlichem
Samuel Hahnemann formulierte die Grundregel «Similia similibus curentur» — Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Eine Arznei, die bei Gesunden bestimmte Symptome erzeugt, kann beim Kranken mit ähnlichen Symptomen heilend wirken. Die Repertorisation ist das Werkzeug, um aus tausenden Arzneien diejenige mit der grössten Ähnlichkeit herauszufiltern.
Repertorisieren in vier Schritten
- 1
Symptome erfassen
Aus der Anamnese die charakteristischen Symptome herausarbeiten — körperlich, im Gemüt und in den Modalitäten (was bessert, was verschlechtert).
- 2
Rubriken wählen
Für jedes Symptom die passende Rubrik im Repertorium suchen. Eine Rubrik ist ein Symptom mit allen Arzneien, die es erfahrungsgemäss hervorbringen.
- 3
Auswerten
Die gewählten Rubriken übereinanderlegen: Welche Arznei deckt möglichst viele Symptome mit möglichst hoher Wertigkeit? Das ergibt eine Rangliste.
- 4
Mittel bestätigen
Die führenden Arzneien in der Materia Medica nachlesen und prüfen, welche dem Gesamtbild — dem Arzneimittelbild — am ähnlichsten ist.
Beispiel
Ein Patient klagt über Kopfschmerz am Morgen, Übelkeit nüchtern und Schwindel beim Aufstehen. Du wählst die drei Rubriken, legst sie übereinander — und Mittelbild zeigt dir sofort, welche Arznei alle drei mit hoher Wertigkeit deckt. Diese führende Arznei prüfst du dann im Arzneimittelbild auf den Gesamtfall.
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